Archiv der Kategorie: Tierarten

Gold- und Zwerghamster

Ursprung & Biologie

  1. Hamster sind Nagetier, die in der Natur in der Steppe, im unterirdischen Bau in Röhrensystemen leben.
  2. Die Lebenserwartung eines Hamsters beträgt 1-3 Jahre.
  3. Die Geschlechtsreife tritt bereits im Alter von einem Monat ein.
  4. Ein Hamsterweibchen ist 16 Tage lang trächtig (Zwerghamster: 18-21 Tage)
    Die Geburt der durchschnittlich 8 Jungen findet in den Abendstunden statt. Das Muttertier ist direkt nach der Geburt wieder paarungsbereit.
  5. Die Jungtiere wiegen bei der Geburt nur 2g und sind nackt und blind. Sie entwickeln sich rasant. Bereits nach 5 Tagen zeigen sie den ersten Flaum und beginnen Trockenfutter aufzunehmen. Nach 11 Tagen wiegen sie ca. 20g, die Augen öffnen sich. Mit 3 Wochen wiegen sie ca. 40g, sind selbsständig und werden von der Mutter verstoßen.
  6. Hamster sind dämmerungs- und nachtaktiv. Eine Ausnahme stellen Zwerghamster dar, die tags und nachts Aktivitätsphasen haben.
  7. Hamster haben ein großes Bewegungsbedürfnis, in der Natur legen sie weite Strecken bei der Nahrungssuche zurück.
  8. Von Winter bis Frühjahr halten Hamster Winterschlaf in ihrem Bau.
  9. Eine anatomische Besonderheit stellen die Backentaschen dar, die bis zu den Schultern reichen und das Hamstern von Vorräte bis 140g ermöglichen. Das Sammeln ist angeboren und wird auch in Gefangenschaft durchgeführt.

Haltung

  1. Goldhamster sind absolute Einzelgänger, sie können einander schwere Verletzungen zu-fügen. Sehr selten leben Jungtiere, die nie getrennt waren, in einem ausreichend großem Käfig friedlich nebeneinander her.
  2. Hamster-Männchen gelten als friedlicher und träger.
  3. Bei Zwerghamstern ist eine Gruppenhaltung möglich.

Käfig & Standort

  1. Der Käfig sollte mindestens eine Grundfläche von 100 x 50 x 50 cm aufweisen, oder bei mehreren Etagen 60 x 30 x 30 cm
  2. Mehreren Etagen ermöglichen eine größere Auslauffläche.
  3. Zur Ausstattung eines Hamsterkäfigs gehören 2 Schlafhäuschen und ein Vorratshäuschen aus unbehandeltem Holz, mindestens 2 Futternäpfe aus Steingut, Porzellan oder Metall für Saft- und Trockenfutter, eine Nippeltränke (Näpfe fallen i.d.R. um oder werden zu gebuddelt.), Klettergeräte und ein verletzungssicheres, fest montiertes Laufrad mit geschlossener Rückwand mit einem Durchmesser von mindestens 25cm.
  4. Die Gitterstäbe im Käfig sollten unlackiert und waagrecht sein, da Hamster gerne klettern.
  5. Der Käfig sollte an einem ruhigen, vor Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung geschützten Ort 50-100 cm über dem Fußboden stehen. Die Raumtemperatur sollte nicht unter 18°C betragen. Lärm (z.B. Fernseher) und Zigarettenrauch sind unbedingt zu vermeiden, Hamsternase und –ohren sind sehr empfindlich.
  6. Eingestreut werden sollte möglichst 10 cm tief mit Heimtierstreu, es können auch zusätzlich Strohpellets, Stroh und Heu angeboten werden. Unverdauliche Kunststoffe, Katzenstreu (chemisch behandelt) und Erde (Bakterien) gehören nicht in den Hamsterkäfig.
  7. Als Nestbaumaterial sind vollverdauliche Hamsterwatte, Heu, Stroh sowie ungebleichtes Haushaltspapier geeignet.
  8. Zur Beschäftigung können Stroh, Papprollen u.v.m. dienen
  9. Vorsicht bei Freilauf, Hamster sind als Bodentiere bei Stürzen extrem verletzungsgefährdet.

Bitte achten Sie darauf kein tierschutzwidriges Zubehör, keine Laufräder mit offener Rückwand und keine „Spielgeräte“ (z.B. Hamsterkugeln), in denen Hamster eingeschlossen werden zu kaufen und einzusetzen!!

Fütterung

  1. Heu sollte immer in guter Qualität frei zur Verfügung stehen.
  2. Zusätzlich können fertige Körnermischungen (hartschalige Samen) für Hamster angeboten werden – abends an verschiedenen Stellen zur Beschäftigung ausgelegt.
  3. Salat, Gemüse und Obst sollte nur in ganz kleinen Mengen (1 zuckerwürfelgroße Menge pro Tag) angeboten werden
  4. Als tierische Eiweißquelle werden 2-4 mal in der Woche hartgekochte Eier, Rinderhack, Milchprodukte (mageren, milden Käse), Mehlwürmer oder Grillen gefüttert.
  5. Als Leckereien gibt es selten Nüsse, Sonnenblumenkerne u.ä. (nicht täglich, zu viel Fett).
  6. Zur „Zahnpflege“ und Beschäftigung sind ungeschälte Nüsse, Mohrrüben, Hirsekolben, ungespritzte Zweigen mit Knospen (Obstbaum, Weide) sinnvoll.
  7. Achtung – plötzlicher Futterwechsel und verdorbenes Futter können zu Durchfall und Darmentzündung führen!

Pflege

  1. Wegen Infektionsgefahr sollten Hamster niemals gebadt werden! Langhaarige Tiere können 1x wöchentlich gekämmt werden. Verschmutzte Stellen können mit einem feuchten Tuch gereinigt werden. Bei ordentlicher Haltung sind Hamster selten krank.
  2. Futter- und Trinkgefäße müssen täglich gereinigt werden.
  3. Mindestens alle 2 Tage sollten die Futterreste – auch aus den Häuschen (abnehmbares Dach) – sowie mit Kot und Urin verschmutzte Einstreu entfernt werden.
  4. Einmal in der Woche muss der komplette Käfig mit heißem Wasser gesäubert werden.

Häufige Erkrankungen

  1. Ein gesunder Hamster ist lebhaft, neugierig und wenig ängstlich. Er hat klare Augen, ein glänzendes anliegendes Fell ohne kahle Stellen oder Verfilzungen. Seine Nase und der After sind trocken, sauber und ohne Verklebungen.
  2. Häufig kommen Durchfälle, Darminfektionen und Übergewicht vor.
  3. Atemwegserkrankungen liegen meist an zu feuchter Haltung.
  4. Verstopfung der Backentaschen sind möglich.
  5. Bei Junghamster tritt das sogenannte „Wet-Tail-Syndrom“ häufig nach Stresssituationen auf. Der Schwanz ist nass und verklebt durch wäßrigen Durchfall, die Erkrankung endet leider oft tödlich!
  6. Bei Krankheitsanzeichen wie Durchfall, Apathie, starkes Speicheln oder starken Juckreiz bitte umgehend den Tierarzt aufsuchen!

Eignung als Haustier

  1. Da Hamster nachtaktiv (Ausnahme: Zwerghamster) sind, sind sie nur bedingt als Haustier geeignet. Sie reagieren aggressiv oder mit Verhaltensstörungen auf Störungen am Tag. Sie werden schnell recht handzahm und nagen gerne.
  2. Hamster sind für Kinder ab 10 Jahren geeignet. Es sind keine Kuscheltiere!
  3. Hamster haben ein großes Bewegungsbedürfnis, sind sehr neugierig und benötigen viel Auslauf und Abwechslung – und das nachts!

Besonderer Hinweis der Tierärztekammer Berlin

Goldhamsterzuchten sind in seltenen Fällen mit dem Virus der ansteckenden Hirnhautentzündung (Lymphozytäre Choriomeningitis) infiziert. Dieser kann beim Menschen grippeähnliche Erkrankungen und Gehirnhautentzündungen und beim Ungeborenen Seh- und Gehinrschäden hervorrrufen. Schwangere sollten deshalb keine jungen Hamster unter 6 Monaten erwerben und halten.

Link zur Presseinfo der BTK:

Tipps für Tierhalter von der Bundestierärztekammer: Die vier Hamster-Irrtümer

Kaninchen

Einzelhaltung? Besser ist die Gruppenhaltung!

Kaninchen leben in der Natur innerhalb ihres Reviers in sozialen Gruppen. Sie sollten deshalb nicht in Einzelhaltung gehalten werden. Besser sind Gruppen aus mehreren kastrierte Böcke bzw. einem oder mehreren miteinander vertrauten Weibchen (Wurfgeschwister) zusammen mit einem kastrierten Bock. Niemals sollten 2 unkastrierte Böcke zusammen gehalten werden, da sich diese nicht in einem Revier dulden.

Kaninchen und Meerschweinchen?

Kaninchen und Meerschweinchen sollten nicht zusammen gehalten werden, sie sind sich zu fremd in Körpersprache und Verhalten. Dies führt zur sozialen Verarmung der Tiere und häufig auch zu Aggressionen untereinander mit schwerwiegenden Verletzungen. Als Ausnahme ist die Haltung mehrerer Meerschweinchen zusammen mit mehreren Kaninchen in einem großen Gehege möglich.

Achten Sie schon beim Kauf auf die Gesundheit

  1. Damit Sie ein gesundes Tier kaufen, achten Sie darauf dass Haut, Haare und Krallen sauber und unverletzt sind. Augen, Ohren, Nase und After sollen frei von Verschmutzungen sein, die Tiere sollten nicht Niesen. Wenn möglich achten Sie auch auf eine korrekte Stellung der Zähne.
  2. Vermeiden Sie den Kauf von Extremzüchtungen, wie z.B. extremen Zwergen oder „Löwenköpfen“ (Zahnfehlstellungen) oder Albinos (Lichtempfindlichkeit).
  3. Und denken Sie bitte auch daran, dass in den Tierheimen meist zahllose Kaninchen auf neue Besitzer warten.

Käfig – Größe, Ausstattung, Standort

  1. Mindestgröße: 150 (B) x 80 (T) x 60 (H) cm, den Tieren sollten mindestens 3 Hoppelsprünge und das vollständige Aufrichten möglich sein. Am besten wird der Käfig auf 2 Ebenen angelegt, weil so mehr Bewegungsraum angeboten werden kann.
  2. Einstreu: staub- und schimmelfreies Stroh, unbehandelte staubarme Holzspäne (nicht von Spanplatten!), Strohpellets oder Materialen aus Hanf- o.a. Fasern. Bitte verwenden Sie keine Draht- oder Gitterböden ohne Einstreu!
  3. Ausstattung: ein Schlafhaus (40 x 25 x 25 cm) je Tier, Trinkflasche, Fressnapf, Heuraufe, gerne werden erhöhte Ruheplätze genutzt
  4. Kotecke und Futternapf täglich, den Käfig einmal in der Woche komplett reinigen. Bei der Verwendung von Reinigungsmitteln, muss anschließend gründlich mit Wasser nachgespült werden.

Wichtig – täglicher Auslauf und ein ruhiger Standort

Damit die Tiere ihren Erkundungs- und Bewegungsbedarf ausleben können, sollte ihnen täglich Auslauf unter Aufsicht (Vorsicht: Benagen von Stromkabeln, Zimmerpflanzen bzw. Absturzgefahr) ermöglicht werden. Kaninchen können stubenrein werden, wenn es gelingt, sie an ein Katzenklo zu gewöhnen.

Stellen Sie den Käfig an einen ruhigen, zugfreien, kühlen Ort, wo die Tiere Tageslicht, aber keine direkte Sonneneinstrahlung abbekommen. Lärm bedeutet Stress, der Käfig sollte deshalb nicht neben der Stereoanlage o.ä. stehen. Kaninchen brauchen ihre Mittags- und Nachtruhe, ein Platz an dem bis in die Nacht das Licht brennt oder der Fernseher flimmert, ist deshalb nicht geeignet. Da Kaninchen dämmerungsaktiv sind, ist das Kinderzimmer nicht wirklich der richtige Ort für den Kaninchenkäfig.

Kaninchenhaltung im Freien

Ein ständiger, kurzfristiger Wechsel zwischen drinnen und draußen sollte vermieden werden, da Kaninchen sowohl auf Temperaturveränderungen als auch auf plötzliche Futterumstellung empfindlich reagieren. Eine Überwinterung im Freien ist möglich, wenn sie einen zugfreien und trocken Käfig mit einem geeigneten Unterschlupf anbieten.

Die Ideale Kaninchen-Haltung ist die Gruppenhaltung in einer Außenanlage mit Auslauf und Grabmöglichkeiten, mit Sicherung gegen Untergraben und vollständiger Abdeckung gegen Feinde (Vögel, Marder).

Der richtige Umgang mit dem Fluchttier Kaninchen

Kaninchen sind Fluchtiere, deshalb muss man ruhig und besonnen mit ihnen umgehen, aus diesem Grund sind sie auch keine Spiel und Streicheltiere. Sie sollten nicht hastig von oben gegriffen werden, da dies einen Fluchtreflex auslösen kann. Es sollte darauf geachtet werden, dass insbesonders Kinder dies beachten und Ruhezeiten für die Tiere einhalten, da Kaninchen sonst aggressiv werden können. Um ein Kaninchen hoch zu heben, fasst eine Hand ruhig Ohren und Nackenfell, mit der anderen Hand wird der Körper von unten unterstützt.

Eine gute Pflege ist für die Gesundheit wichtig

  1. Kontollieren Sie die Tiere mindestens einmal täglich. Beachten Sie dabei, ob der Kot fest und geformt ist, Augen, Ohren, Nase und der Analbereich sollten frei von Verschmutzungen sein. Fell, Haut und Krallen sollten unverletzt und sauber sein.
  2. Kaninchen müssen täglich Futter aufnehmen, da sonst schwerwiegende Verdauungsstörungen auftreten können. Ist dies nicht der Fall, suchen Sie bitte umgehend Ihre Tierarztpraxis auf.
  3. Insbesondere bei der Haltung mehrerer Kaninchen empfiehlt es sich, die Tiere einmal in der Woche zu wiegen, da die Gewichtsabnahme oft das erste und einzige deutliche Anzeichen für eine Erkrankung ist.
  4. Kaninchen, die im Freien gehalten werden, sollten einmal im Jahr gegen RHD und Myxomatose geimpft werden. Auch Kaninchen die im Haus gehalten werden, sollten gegen Myxomatose und RHD geimpft werden, da diese Krankheiten über stechende Insekten sowie über Futter und Gegenstände übertragen werden können.
  5. Die Krallen sollten gekürzt werden, wenn sie aus dem Fell heraus schauen. Wenn Ihnen das Risiko einer Verletzung zu groß ist, helfen wir Ihnen gerne dabei.
  6. Langhaarige Rassen sind besonders pflegebedürftig. Angorakaninchen beispielsweise müssen regelmäßig gekämmt und ca. 4x jährlich geschoren werden.

Die richtige Fütterung – das A und O in der Kaninchenhaltung

Ein zu hoher Energiegehalt im Futter führt zur Verfettung, zu geringer Rohfasergehalt führt zu Verdauungsstörungen und Zahnproblemen. Zu viel Calcium kann zu Harnsteinen führen. Deshalb ist bei der Fütterung folgendes zu beachten:

  1. Heu als Hauptfutter zur freien Verfügung aus der Raufe (Hygiene) ist wichtig für die Darmflora, zum Abrieb der Zähne und zur Beschäftigung.
  2. Ein- bis Zweimal täglich Frischfutter (Obst, Gemüse) reicht aus. Vorsicht mit blähendem Futter (z.B: Klee, Kohl). Auf Hygiene achten, das Futter sollte sauber, trocken und nicht schimmelig sein!
  3. Kaninchen vertragen keine plötzliche Futterumstellung!!
  4. Täglich frisches Trinkwasser anbieten. Der Bedarf liegt bei ca. 0,5 Liter pro Tier und Tag in Abhängigkeit von der Fütterung.
  5. Auf fertige Futtermischungen kann ganz verzichtet werden. Ansonsten nur einen Esslöffel pro Tier und Tag füttern, weil diese zu viel Stärke und zu wenig Rohfaser enthalten
  6. Zur Befriedigung des Nagetriebs können ungespritzte Äste (Kernobst, Weide, Buche) angeboten werden. Brot enthält viele Kalorien und kann leicht schimmeln, deshalb nur in Maßen und mit Vorsicht.
  7. Grünrollis, Milch- oder Joghurtdrops enthalten zu viel Calcium, als Leckerlies sind Gemüsestücke wesentlich besser geeignet.

Zucht

Kaninchen züchten sollte nur wer die erforderlichen Kenntnisse hat, und nur, wenn die Haltungsbedingungen dafür geeignet und Abnehmer vorhanden sind!

Mit der Anschaffung eines Haustieres haben Sie eine große Verantwortung übernommen, bitte infomieren Sie sich deshalb ausführlich über die Bedürfnisse Ihres Haustieres. Für alle Tierarten gibt es zu diesem Zweck umfangreiche Literatur.