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RHDV-2 – Eine neue tödliche Kaninchenkrankheit breitet sich in Deutschland aus

 

Derzeit breitet sich eine neue Kaninchenkrankheit in Deutschland aus. Die neue Hämorrhagische Kaninchenkrankheit (RHDV-2) ist eine Variante des alt bekannten RHD-Virus. Diese neue Variante geht als schwere Erkrankung mit Lebernekrosen, Gerinnungsstörung, Blutungen und akuten Todesfällen innerhalb von ein bis drei Tagen einher. Das Virus wird bei direktem Kontakt zu Ausscheidern aber auch durch Vektoren wie Mücken übertragen.

Impfstoffe gegen RHDV-2 sind bisher nur in Frankreich und den Niederlanden verfügbar. Die Europäische Arzneimittelagentur hat eine positive Stellungnahme zum Antrag auf Marktzulassung des RHDV-2-Impfstoffes abgegeben. Wann allerdings die ersten Impfstoffdosen in Deutschland zugelassen werden, ist noch nicht bekannt.

Aktuell berichtet das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) über stark gestiegenen Fallzahlen und die ständige Impfkommission (StIKoVet) hat ihre Impfempfehlungen für Kaninchen entsprechend überarbeitet.

Empfehlungen StIKoVet:
Bis Studien zur Wirksamkeit der in Frankreich bzw. Spanien zugelassenen RHDV-2-Impfstoffe gegenüber den klassischen Stämmen vorliegen bzw. bis ein bivalenter Impfstoff verfügbar sein wird, sollten vorzugsweise die in Deutschland zugelassenen monovalenten, auf Vollantigen basierenden RHDV-Impfstoffe zum Einsatz kommen.
Folgendes Vorgehen wird daher empfohlen:

  1. Kaninchen zum frühestmöglichen Zeitpunkt durch eine zweimalige Applikation eines der genannten, monovalenten Vollantigenimpfstoffe im Abstand von drei Wochen grundimmunisieren und die Tiere anschließend alle sechs Monate revakzinieren.
  2. Zusätzlich zu der Impfung sind Maßnahmen des allgemeinen Infektionsschutzes, die auf die Unterbindung des Eintrages von Virus in die Bestände gerichtet sind, unerlässlich.

Die in Deutschland erhältlichen Kombinationsimpfstoffe für Kaninchen sind nur für die klassische RHD zugelassen. Allerdings können die herkömmlichen Monoimpstoffe (inaktiviert) über eine Kreuzreaktion in vielen Fällen schwere klinische Verläufe verhindern. Sie bieten jedoch keinen Schutz vor Infektion und möglicher Virusausscheidung.

  1. Bei der Einschätzung der lokalen Situation helfen Landkarten des FLI und der IDT Biologika Tiergesundheit.
  2. Allgemeinen Informationen über RHD von IDT
  3. Achtung neue Virusform auf dem Vormarsch – Broschüre von IDT (Pdf)
  4. Informationen vom Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e.V. (ZDRK) – Rundschreiben vom August 2016 (Antrag) und ein umfangreicher Artikel: RHDV-2 – aktuelle Fakten – Kleintiernews klärt auf
  5. Die neue Variante des Virus der Hämorrhagischen Kaninchenseuche (RHDV-2) – Erstnachweis nun auch in Baden-Württemberg (CVUA – Stuttgart)
  6. Nachweis von RHDV-2 im Regierungsbezirk Karlsruhe bestätigt – Zahlreiche Todesfälle bei Haus- und Wildkaninchen durch die Hämorrhagische Kaninchenseuche (CVUA – Baden-Württemberg)
  7. Kaninchenhalter versuchen Listen und Übersichtskarten zu erstellen, die einen Überblick über die gemeldeten RHD-Fälle und -Verdachtsfälle ermöglichen sollen. Die Qualität dieser Informationen können wir nicht beurteilen.